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Ich schlage Purzelbäume, meine Nachbarin Maru erlaubt mir über ihre Liebesgeschichte zu schreiben. Wir sprechen nur auf Englisch miteinander, denn sie ist noch nicht lange in der Schweiz. Die gebürtige Brasilianerin hat einen Schweizer geheiratet und ist in die Schweiz gezogen. Da stellt sich automatisch die Frage, wie man jemanden kennenlernt, der auf einem anderen Kontinenten lebt. Mich interessiert es natürlich und ich brenne vor Neugier. Sie erzählt mir die ganze Geschichte..

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Eine Liebe, die keine Distanzen kennt. Maru wohnt in Brasilien und führt ein glückliches Leben mit ihrer Familie. Die junge Krankenschwester ist lebensfreudig und geniesst die Annehmlichkeiten ihres Landes. Philippe lebt zu dieser Zeit in der Schweiz, in Zürich und hat die Hoffnung verloren, seiner Traumfrau je begegnen zu können. Der Jurist war schon mehrere Jahre im Ausland und spricht darum unter anderem perfekt Spanisch. Er lernt in Zürich eine Brasilianierin kennen, die auch gerne viel Zeit in Brasilien verbringt. Nach einer kurzen Flirtphase merken die beiden, dass sie nichts gemeinsames haben und der einzige Kontakt den sie pflegen, die Freundschaft in Facebook sein kann. Eines Tages stöbert Philippe aus Langeweile in der Liste der Facebookfreunde von Freunden. Wer kennt das nicht? Ich denke sogar, dass die heutigen Singles nur noch so, auf neue Leute aufmerksam werden, aber das sei mal so dahingestellt. Auch wirft er einen Blick auf die Facebookseite der Brasilianerin und schaut sich ihre Freunde an.

Plötzlich wird er auf Maru aufmerksam. Irgendwie ist es Liebe auf den ersten Blick, er sieht zwar nur ein Foto, aber sie gefällt ihm unglaublich. Der Jurist überlegt nicht lange, stupst sie an und wartet ab. Am anderen Ende der Welt sieht Maru, dass jemand aus der Schweiz sie angestupst hat.

[pullquote width=“600″ float=“left“]Mich stupste sonst niemand in Facebook an, ich war verwirrt. Was will denn der, dachte ich mir. Habe mir eigentlich nichts dabei gedacht und hab den schön aussehenden Mann einfach zurück gestupst[/pullquote]

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Eine Entscheidung, die dann dazu führt, dass die zwei ihre Nummern austauschen und über Blackberry tagelang hunderte von Nachrichten verschicken. Er schreibt spanisch, sie auf portugiesisch, aber die Liebe kennt halt keine Sprachprobleme.  Irgendwann kann Philippe es nicht mehr aushalten und schreibt ihr, dass er sie über Ostern 2 Wochen besuchen kommt.

[pullquote width=“600″ float=“left“]Er wollte einfach nach Brasilien kommen, meinetwegen! Ich war geschockt[/pullquote]

Die Ferien verbringen die zwei zusammen. Ohne zu wissen was jetzt aus ihnen wird, verabschiedet sich Philippe und kehrt in die Schweiz zurück. Lange hält er es aber nicht aus. Nach ein paar Wochen kommt er erneut, er kann nicht mehr ohne sie. Diesesmal stellt sie ihn auch den Eltern vor und er lernt die ganze Familie kennen. Brasilien ist halt nicht gerade einen Katzensprung entfernt, aber die beiden haben sich total ineinander verliebt. Irgendwie schafft er es Maru zu überreden, ihn in die Schweiz zu begleiten. Sie kann es fast nicht fassen, sie soll ihr ganzes Leben aufgeben. Sie willigt zwar ein in die Schweiz zu kommen, aber sie kann es sich einfach nicht vorstellen..wie soll das gehen.. ohne Freunde ..ohne Familie..

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In der Schweiz leben die beiden in Zürich in der Nähe vom Central, aber alles ist so fremd für sie.

[pullquote width=“600″ float=“left“]Die Menschen sind so kalt[/pullquote]

Sie vermisst Brasilien unglaublich und merkt, dass sie nicht mehr in der Schweiz bleiben kann. Nach zwei Monaten will sie zurückkehren und verlässt die Schweiz, aber nicht ihre Liebe. Sie liebt Philippe einfach zu fest, der Abschied fällt ihr unheimlich schwer.

In Brasilien angekommen, ist nichts mehr so wie es mal war. Sie freut sich zwar über ihre Familie und Freunde, Philippe kann ihr aber niemand ersetzen. Plötzlich empfindet sie ihre Heimat nicht mehr als den richtigen Ort für sie.

Irgendwie verständlich, ist Heimat nicht auch ein bisschen dort, wo die Liebsten sind? Wo die Liebe ist? Manchmal ist Heimat nicht immer das Land in dem man auf die Welt kommt, sondern in dem man sich zu Hause fühlt. Sie fühlt sich in Brasilien nicht mehr zu Hause.

Auch Philippe ist unglücklich und findet an nichts mehr Freude. Er kann nicht fassen, dass die Liebe seines Lebens auf einem anderen Kontinent lebt. Die Distanz soll nicht im Wege stehen und der Jurist trifft die beste Entscheidung seines Lebens: er geht nach Brasilien, macht ihr einen Antrag und holt sie zurück.

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Ja und jetzt leben Maru & Philippe in Zürich und sind für uns super Nachbarn geworden. 🙂
Ich freue mich darauf, bald das Babygeschrei von nebenan zu hören. Alles Gute euch beiden!

Fotos: Maru & Philippe privat

pini

April 4, 2014

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